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| Die Jukebox der Medienkonzerne | ||||||||
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Am 19. April erreichte uns über Alicia Jrapko vom Internationalen Komitee der neuste Cartoon von Gerardo, in dem er sich auf die erneute Medienkampagne gegen die "Schurkeninsel" Kuba bezieht. Gerardos Cartoon schlägt vor: Wählen Sie, was sie verbreitet haben möchten. Auf seinen Jukeboxtasten gibt es folgende Programme: Kuba ist der schlimmste Menschenrechtsverletzer - Die armen Damen in Weiß wurden mit Eisenstangen geschlagen (Fotos nicht vorhanden). Kuba unterstützt den Terrorismus - Arme, dünne Bloggerin wurde auch geschlagen (Schläge hinterließen keine Flecken); Posada, Bosch und die anderen sind "gute Terroristen" - Armer Poet wurde versehrt zurückgelassen (Funktioniert nicht mehr - er geht, ein Wunder!); Dissidenten werden von den USA bezahlt, sind aber keine US-Agenten - Kuba ist die Hölle (unter Palmen). Darunter gibt es zwei Tasten für Wiederholen und Ständig wiederholen (siehe unten stehenden Cartoon). So leicht durchschaubar ist das angewandte Muster! In der Bloggerin ist unschwer Yoani Sanchez zu erkennen. Mit dem "armen Poeten" meint er wohl Armando Valladares, einen ehemaligen Polizisten unter Batista, der 1960 in Havanna bei einem Sprengstoffanschlag erwischt und zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden war. Ende der 70er startete die Mafia von Miami eine internationale Freilassungskampagne für ihn, die in Europa von Carlos Alberto Montaner angeführt wurde. Es hieß Valladares sei gelähmt. Doch nicht nur der dazu veröffentlichte angeblich von ihm stammende Gedichtband "Aus meinem Rollstuhl" stellte sich nach seiner Freilassung als Plagiat heraus, auch seine Lähmung war gespielt. Nachdem zuvor die europäische Öffentlichkeit einschließlich Amnesty International aufs Höchste alarmiert worden war, hatte sich Régis Debray im Auftrag von Mitterrand bei Fidel Castro persönlich für ihn eingesetzt. Nachdem der Gelähmte leichtfüßig dem Flugzeug entstiegen war, äußerte Debray zwar seine Verärgerung über den Betrug, aber der Fall verschwand einfach nur für eine Weile in der Versenkung. Diese von Hernando Calvo Ospina und Katlijn Declerq in Originalton Miami dokumentierte Geschichte, so hoffen anscheinend die Experten für öffentlichkeitswirksame aus US-Steuergeldern bezahlte Schmutzkampagnen, sei in Vergessenheit geraten, denn sie sind alle wieder ungeniert für Washingtons public diplomacy aktiv, ob für den Putsch in Honduras oder für die Diskriminierung des kubanischen Systems. Die Reaktion des Europäischen Parlaments scheint ihnen Recht zu geben, da es Kuba im März 2010 erneut wegen Menschenrechtsverletzung an dem im Gefängnis verstorbenen Hungerstreiker Orlando Zapata Tamayo verurteilte. Den sich häufenden Richtigstellungen, wird quasi vorgebeugt, indem man einen neuen Hungerstreiker von außerhalb des Gefängnisses präsentiert. Vor Jahren hatte es Guillermo Farinas, den in Kuba nur seine Nachbarn kennen, damit schon einmal bis in "Die Zeit" geschafft, am 10.04. wurde sein erneuter Hungerstreik in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht. Das Bedürfnis, seinem verkannten Leben zumindest noch ein ruhmreiches Ende zu setzen, wird natürlich von korrupten Journalisten im Dienst der Machthaber unseres Systems gerne aufgegriffen und unterstützt, wenn es dem Ansehen des Sozialismus in Kuba schaden könnte. Dagegen rief am 14. April Robert Sandels den US-Bürgern in "CounterPunch" zu, eure Steuergelder werden für verlogene Publicity verschleudert, und wies sie auf die früheren, vor dem US-Kongress aufgedeckte Manipulation hin, als der in Kuba geborene Otto Reich in den 1980ern das Büro des State Departments der public diplomacy für Lateinamerika und die Karibik leitete, denn er hatte die US-Medien verdeckt und rechtswidrig für die Propaganda von Reagans Kriegen in Mittelamerika eingespannt. Unsere Massenmedien wollen das alles nicht wahrhaben. - Wir müssen Gerardo unbedingt von der europäischen Pro-Kuba-Demo am 28.04. vor dem EU-Parlament in Brüssel zur Entlarvung des von ihm so treffend karikierten Musters unterrichten. Josie Michel-Brüning und Dirk Brüning | ||||||||