unsere zeit - Zeitung der DKP23. Januar 2004

Feuilleton

Jane Zahn:
Neues deutsches Volksliedgut

(Nach der Melodie: Wenn die bunten Fahnen wehen)

Wenn die bunten Fahnen wehen,
zieht die Eingreiftruppe aus,
Wir woll´n ferne Länder sehen,
bleiben nicht mehr brav zu haus.
Ölfelder winken, leuchten von ferne her,
Länder versinken im Bombenmeer.

(Nach der Melodie: Hoch auf dem gelben Wagen)

Hoch aus dem AWACS schauen
wir nach dem Bösen aus.
Lasst uns den Saddam verhauen,
denn er ist uns ein Graus.
Gegen die bösen Mächte
lasst uns zu Felde zieh´n.
Lasst aller Völker Rechte
im Bombenhagel verglüh´n.

(Nach der Melodie: Wir lagen vor Madagaskar)

Wir liegen vor Madagaskar
und kämpfen am Hindukusch.
Für die Freiheit vom Großen Zaster
und die Firma von Mr. Bush.
Ahoi, Imperialismus, Ahoi, Ahoi.
Lebwohl, Völkerrecht, lebwohl, lebwohl.
Ja, wenn Herr Bush ein neues Land
überfällt, dann sind alle andern so still ja so still,
weil ein jeder von satten Profiten träumt,
und sein kleines Stück vom großen Kuchen will.

(Nach der Melodie: Im Frühtau zu Berge)

Lasst uns nach Afghanistan ziehn,
fallera,
dorthin, wo die Mohnfelder blüh´n,
fallera.
Wir sind dorthin gegangen, Bin Laden einzufangen,
doch der steckt bestimmt hinter einem Bush.
(Bush Vater oder Sohn, das ist egal)

(Und nun die neudeutsche Nationalhymne)

Weltherrschaft und Recht auf Reibach
für das deutsche Kapital!
Besser als die blöden Amis
sind wir Deutschen allemal.
Weltherrschaft und Recht auf Reibach
auch im Namen unseres Lands.
Glüh im Schein des Bombenhagels,
Glüh im Schein des fernen Weltenbrands.


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