unsere zeit - Zeitung der DKP28. Mai 2004

Das Thema

Wetter als Waffe
Wird die Erde abgekühlt?

Hitzerekorde, Ozonloch, lang anhaltende Dürren, Waldbrände in noch nie erlebtem Ausmaß - das Wetter scheint in den letzten Jahren verrückt zu spielen. Viele Forscher führen diese Phänomene auf den "Treibhauseffekt" zurück - darauf, dass die Menschheit seit etwa 150 Jahren mit dem massiven Verbrauch fossiler Brennstoffe die Erdatmosphäre aufgeheizt und darüber hinaus auch noch die schützende Ozonschicht zerrissen hat.

Logische Konsequenz dieser schon in den 70er Jahren vom Club of Rome befürchteten Klimaänderung wäre die sofortige Einschränkung des Verbrauchs von Kraftstoff und Kohle. Darauf hatten sich die Vereinten Nationen im Kyoto-Protokoll zwar geeinigt - es werden aber ungerührt weiter Verbrennungsgase und andere Stoffe in die Atmosphäre geblasen. Darüber hinaus verkündete US-Präsident George Bush bei Amtsantritt, er denke nicht daran, sich an die Kyoto-Vereinbarungen zu halten. Und konsequenter Weise ließ er 2003 fast sämtliche Umweltauflagen für US-amerikanische Kohlekraftwerke streichen.

Die umweltfeindliche Haltung Bushs hat möglicherweise einen ganz anderen Hintergrund als nur den der Arroganz eines ungehobelten Parvenüs aus Texas. Da die Einhaltung des Kyoto-Protokolls zu erheblichen Einbußen der Erdölmultis führen würde, hat die US-Regierung möglicherweise einen anderen Weg gefunden, der Aufheizung unserer Atmosphäre entgegen zu wirken. Die Wunderwaffe nennt sich "Chemtrails".

Gitterartige Streifen am Himmel

Vor allem aus Nordamerika und Westeuropa häufen sich in den letzten Jahren Berichte über eigenartige Wettererscheinungen. Den Beobachtern fällt zunächst ein gitterartiges Muster weißer Streifen am Himmel auf. Im Unterschied zu normalen Kondensstreifen von Zivil- oder Militärmaschinen, die in großer Höhe fliegen, lösen sich diese Streifen jedoch nicht nach wenigen Minuten auf. Sie verdicken sich binnen einer Stunde, bis der blaue Himmel mit einem diffusen weißen Nebel bedeckt ist. Die vermeintlichen Kondensstreifen bleiben oft noch nach Stunden als dickere weiße Linien erkennbar.

Was dann geschieht, schildert der Schweizer Wissenschaftsjournalist Gabriel Stetter: "Schon nach wenigen Stunden bricht die Lufttemperatur regelrecht ein, das heißt, es findet ein Temperatursturz von bis zu etwa 7 Grad statt. Gleichzeitig sinkt die Luftfeuchtigkeit uniform auf Werte um 30 Prozent. ...Die nun einsetzende Kälte und Trockenheit hält sich hartnäckig auch noch nach Tagen; in der Folge herrscht meist schönes, auffällig dunstiges, kühleres Wetter. Regenfälle bleiben in der Folge ausnahmslos aus." (raum & zeit, 127/2004). Viele in diesen Regionen lebende Menschen hätten in den Wochen darauf über Atemwegserkrankungen, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit oder Störungen des Kurzzeitgedächtnisses geklagt.

Woher kommen diese geheimnisvollen Streifen? "Normale" Kondensstreifen (engl.: Contrails) entstehen in etwa 10 000 Metern Höhe. Sie setzen sich aus Wasserdampf und/oder Eiskristallen zusammen und halten sich nur wenige Minuten. In diesem Fall sollen es jedoch keine Kondens-, sondern in etwa 6 000 Metern versprühte Chemiestreifen (engl.: Chemtrails) sein.

Lebhafte Diskussion im Internet

Das jedenfalls ist ein Erklärungsmuster, das seit einigen Jahren vor allem im Internet diskutiert wird. Die Eingabe des Stichwortes "Chemtrails" in die Suchmaschine Google ergibt immerhin rund 85 500 Treffer (weltweit, vorwiegend aus Nordamerika), an deutschsprachigen Einträgen finden sich etwa 1 500 Fundstellen. Eine Durchsicht ergibt, dass sich an der Diskussion ernstzunehmende Physiker, Meteorologen und Ingenieure beteiligen. Vor allem finden sich zahlreiche Fotos, die diese Wetteranomalien dokumentieren. Allerdings trifft man auch bei diesem Thema (ähnlich wie bei der Internet-Diskussion zur Urheberschaft der Attentate vom 11. September 2001) auf jede Menge esoterischer oder antisemitischer Spinner.

Diese Streifen entstehen nach Berichten von Fachleuten dadurch, dass aus Flugzeugtanks pulverisiertes Aluminiumoxid und Bariumsalze in die dünne Höhenluft gesprüht werden. Das hat drei Auswirkungen: Zum einen reflektiert das Aluminiumpulver die Sonnenstrahlung zurück in den Weltraum, zum anderen bewirken sie, dass die von der Erde ausgestrahlte Hitze in Infrarotstrahlung verwandelt und in den Weltraum abgeleitet wird. Und schließlich kann durch Bestrahlung des entstandenen elektrostatischen Feldes mit niederfrequenten Radiowellen künstlich Ozon erzeugt werden.

Die theoretische Grundlage für dieses Verfahren legten die chinesischstämmigen US-Forscher David Chang und I-Fu Chi mit ihrem so genannten Welsbach-Patent, das sie 1991 beim US-Patentamt einreichten. Mit von der Partie - und damit unmittelbarer finanzieller Nutznießer - war der US-amerikanische Luft- und Raumfahrtkonzern Hughes Aerospace in Los Angeles.

Folgt man den Berichten, die vor allem auf US-amerikanischen und kanadischen Internetseiten zu finden sind, wurden die Annahmen der beiden Forscher ausgiebig im Lawrence Livermore National Laboratory überprüft. Dort sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass sich mit dieser Methode bei einem jährlichen Aufwand von einer Milliarde Dollar die Erderwärmung um bis zu 85 Prozent eindämmen lasse. Dies erlaube es, den Ausstoß fossiler Brennstoffe über einen Zeitraum von 50 Jahren hinweg sogar noch zu verdoppeln, ohne nachteilige Folgen befürchten zu müssen. Den letzten Anstoß für die Verwirklichung dieses Projekts soll Dr. Edward Teller gegeben haben, der als Vater der Wasserstoffbombe gilt.

Bereits im Juni 1996 hatte die US-Luftwaffe ein Strategiepapier diskutiert, das den Titel trug: "Weather as a force multiplier: Owning the weather in 2025". (zu finden hier).

Diese Studie setzt das Ziel, bis zum Jahre 2025 weltweit das Wetter mit militärtechnischen Mitteln manipulieren zu können. In einem Absatz wird darauf hingewiesen, dass schon 1996 entsprechende Versuche gestartet wurden, aus hochfliegenden Tankflugzeugen Substanzen zur Verdunkelung der Atmosphäre (aerial obfuscation) und zur Wolkenbildung zu versprühen.

Chemtrail-Projekt unter UN-Führung?

Noch im Mai 2000 wurde der Plan dem International Panel on Climate Chance (ICC) vorgestellt - einem unter UNO-Schirmherrschaft stehenden Gremium von Klimaforschern. Den Berichten zufolge wurde dort das Vorhaben abgesegnet - wobei einer der wichtigsten Einwände gewesen sei, dass die ungewohnte Weißfärbung des Himmels Verdacht erregen und so die Geheimhaltung gefährden könne. Die Besorgnis ist begründet: Jeder kennt wohl die seit einigen Jahren auftretenden "weißen Sommertage" - Tage, an denen eine weiße Wolkenschicht den Himmel bedeckt.

Das hochgeheime Projekt hat nach den bisher bekannt gewordenen Informationen unter UNO-Führung den Codenamen "The Shield" (Das Schild). Eigens für dieses Projekt sei eine Abteilung bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geschaffen worden, die die Ausführung an die Nato, die US-Luftwaffe und an zivile Fluggesellschaften vergeben habe. Auch die Risiken wurden kalkuliert: Die WHO schätzt, dass durch diese Klimamanipulationen jährlich etwa 40 Millionen, vorwiegend ältere, Menschen mit Atemwegserkrankungen umkommen. Das US-amerikanische Center for Disease Control (CDC) in Maryland fürchtet 80 Millionen Tote pro Jahr. Die hohe Zahl an Toten muss den Fachleuten zufolge in Kauf genommen werden, weil die Zerstörung der Erdatmosphäre bereits unumkehrbar sei. Wenn nichts dagegen unternommen werde, müsse man damit rechnen, dass etwa 80 Prozent der jetzigen Erdbevölkerung in den nächsten Jahrzehnten umkommen. (In diesem Zusammenhang muss an die Pentagon-Studie zur Klimaentwicklung erinnert werden, die Anfang des Jahres kurz Furore machte, dann aber offenbar wieder in der Schublade verschwand.)

Kronzeuge für die Enthüllungen über "The Shield" ist ein anonymer Chemtrail-Mitarbeiter aus Kanada, der sich unter dem Pseudonym "Deep Shield" im Internet offenbarte. (Seine Erklärungen finden sich in englischer Sprache auf www.holmestead.ca) Demnach werden für das Chemtrail-Projekt außer Militärmaschinen auch Linienflugzeuge eingesetzt. Da jeweils nur einige hundert Liter Sprühbrühe nötig sind, ließen sich die Tanks problemlos einbauen. Anfangs sei die Substanz noch dem Flugbenzin beigemischt worden, das habe jedoch zu unerwünschten Nebeneffekten geführt. Um die Chemikalien länger in der Atmosphäre zu halten, würden sie in mikroskopisch feine Gewebe von Polymeren eingebettet, die aus separaten Tanks versprüht werden. Allerdings bereiten die Polymere nach Angaben von "Deep Shield" neue Probleme: Da sie Schimmelsporen anziehen und auch eingeatmet werden, wenn sie zu Boden sinken, müssen sie mit einem Fungizid versehen werden. Die Chemiebrühe wird vorwiegend nachts versprüht - nicht nur aus Geheimhaltungsgründen, sondern weil nachts die warme Bodenluft aufsteigt, den Spray in höhere Schichten trägt und damit besser verteilt.

"Deep Shield" weist darauf hin, dass das Projekt strikt geheim gehalten wird, um Panik in der Bevölkerung oder politische Gegenaktionen von Umweltparteien oder -gruppen zu vermeiden. Jeder Mitarbeiter wisse nur so viel über das Projekt, wie es für seine eigene Arbeit nötig sein. Es müsse sich auch jeder schriftlich zur Geheimhaltung verpflichten.

Laut "Deep Shield" beteiligen sich so gut wie alle wichtigen Industriestaaten an diesem Programm. Um sicher zu gehen, dass keines der beteiligten Länder die Gelegenheit ausnutzt, durch das Beifügen pharmazeutischer oder biologischer Kampfstoffe eventuellen Gegner zu schaden, seien diverse Kontrollsysteme eingeführt worden. Außerdem werde die Chemiebrühe jeweils von einem Drittland in versiegelten Kanistern ausgeliefert.

HAARP - Alles andere als eine Engels-Harfe

Ebenso geheim ist HAARP (High Frequency Active Auroral Research Project), das unter Federführung des Pentagon in der Nähe des magnetischen Nordpols in Alaska entstanden ist. Hierbei handelt es um eine riesige Sendeanlage, die sowohl hochfrequente als auch niederfrequente Funkwellen mit sehr hoher Energie in die Ionosphäre schießen kann. Die über 640 Antennen abstrahlbare Sendeenergie kann buchstäblich Löcher in die Ionosphäre stanzen oder sie elektrisch so aufladen, dass sie wie ein Hohlspiegel die Energie verstärkt und zu beliebig bestimmbaren Punkten auf der Erde zurückleitet. In der Umgebung ähnlicher, wenn auch bei weitem nicht so leistungsstarker Forschungsanlagen soll sich Berichten zufolge das Wetter verändert haben. Viele Wissenschaftler befürchten, das HAARP werde auch dazu genutzt, die psychische Beeinflussung von Menschen durch niedrigfrequente Strahlung zu erforschen. Die Forschungsarbeiten werden zwar vorwiegend als "zivil" deklariert - die Behörden geben jedoch durchaus zu, dass sie militärischen Nutzen haben. Darüber erfährt man jedoch offiziell keinerlei Details.

Durchgesickert ist jedoch, dass HAARP auch eine bessere Kommunikation mit getaucht fahrenden U-Booten sowie die Manipulation der globalen Wetterverhältnisse ermöglicht. Durch Manipulation der Ionosphäre kann man die globale Kommunikation stören, gleichzeitig bleiben die Kommunikationsverbindungen des Anwenders erhalten. Das System soll darüber hinaus fähig sein, eine Art Röntgenaufnahme von der Erde zu machen. Es soll in der Lage sein, bis in eine Tiefe von mehreren Kilometern (erddurchdringende Tomographie) die Erdoberfläche zu durchleuchten, um Öl- und Gasfelder, aber auch unterirdisch stationierte Militäranlagen aufzuspüren.

Kriegerischer Einsatz

Fest steht, dass die moderne Wissenschaft Möglichkeiten nutzt, die unserem Alltagswissen weitgehend verborgen bleiben. Wir sollten zur Kenntnis nehmen, dass es heute Militärtechniken gibt, die unser gewohntes Raster "konventionell/ABC" weit überschreiten. Einen Vorgeschmack auf diese Möglichkeiten haben uns immer wieder die USA gegeben. Zum Beispiel zeigen Stetter zufolge Satellitenaufnahmen aus der Zeit des Jugoslawien-Krieges eine dichte Wolkenschicht über Serbien - und zwar so, dass man anhand der Wolken die politischen Grenzen des Landes hätte nachzeichnen können. In der Folge kam es zu einer lang anhaltenden Dürreperiode. Auch Nordkorea litt jahrelang unter großer Dürre und entsprechenden Ernteausfällen - nicht aber die Nachbarländer. Satellitenbilder aus der Zeit des Irakkrieges von 1991 zeigen gitterartige Wolkenstrukturen über den Kampfgebieten und Teilen Iraks. Wurden hier Kampfmittel gesprüht, Psychopharmaka, die den Gemütszustand der Irakis beeinflussen sollten? Möglicherweise, so wird unter Fachleuten diskutiert, sind diese Sprühaktionen Auslöser jener mysteriösen Krankheiten, von denen auch US-Soldaten betroffen sind.

Den USA konnten auch schon Sprühaktionen mit biologischen Waffen nachgewiesen werden. Am 3. März 1997 beschuldigte Kuba die USA, Pflanzenschädlinge der Gattung "Thrips Palmi" über der Insel versprüht und damit die Kartoffelernte schwer geschädigt zu haben. Schon in den 70er Jahren hatten CIA-Agenten die Schweinepest nach Kuba eingeschleppt, was zur Notschlachtung von etwa einer halben Million Tieren führte. Und im Mai 1981 brach auf Kuba eine Epidemie des Dengue-Fiebers aus: 300 000 Menschen erkrankten, 158 starben. Ein führendes Mitglied der exilkubanischen Terrorgruppe Omega 7 gab später vor Gericht zu, die Verbreitung der Erreger auf Kuba organisiert zu haben. 1982 wies Pakistan den US-amerikanischen Leiter eines Forschungszentrums in Lahore aus. Die Sowjetunion hatte den offenbar an die CIA angebundenen Wissenschaftler beschuldigt, Viren zur Auslösung von Gehirnentzündungen (Enzephalitis) gezüchtet zu haben. Diese Viren sollten über die jährlichen Wanderungen von Schafherden in Afghanistan Epidemien auslösen.

Peter Wolter


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