unsere zeit - Zeitung der DKP27. Juli 2007

Titelthema

Gegen den Terror des Krieges
Sommerakademie des Friedensratschlags

Die Friedensbewegung geht neue Wege: Unter dem Motto "Gegen den Terror des Krieges" hat der Bundesausschuss Friedensratschlag am vergangenen Wochenende im Naturfreundehaus in Oberhof/Thüringen seine erste Sommerakademie veranstaltet. Mehr als 100 Teilnehmer aus allen Teilen der Bundesrepublik und aus dem Ausland diskutierten über Kriegsursachen und suchten nach Alternativen zur vorherrschenden Gewaltpolitik.

Ausführlicher und intensiver als auf den Aktionskonferenzen und dem alljährlichen Kasseler Friedensratschlag wurden hier die wichtigsten Themen der Friedensbewegung untersucht und diskutiert. Gegenstand der Vorträge, Diskussionen und Workshops waren unter anderem der vorgebliche Kampf gegen den Terrorismus, die Ablehnung der deutschen Afghanistaneinsätze, die sich zuspitzende Kriegsgefahr durch den Kampf um die Energieressourcen, das Scheitern der Bemühungen um den Frieden im Nahen Osten. Prominente Politik- und Sozialwissenschaftler analysierten die "Kriege des 21. Jahrhunderts" und verwiesen auf die bedrohlichen Gefahren des sich zuspitzenden weltweiten Kampfes um Rohstoffressourcen.

Hoffnungen auf mögliche Veränderungen in der von Gewaltstrategien dominierten Weltpolitik ergaben sich aus den neueren Entwicklungen in Lateinamerika, die von exzellenten Kennern des Kontinents dargestellt wurden. Auch in dem Bemühen um eine alternative Energiepolitik und in dem Kampf um eine strikte Anwendung des Völkerrechts sahen die Teilnehmer Möglichkeiten zur Entwicklung einer friedenspolitischen Widerstandskultur.

Diese Sommerakademie war der erste Versuch in der Friedensbewegung, in entspannter Atmosphäre mit wissenschaftlichen Vorträgen in einem für alle offenen Forum Ergebnisse der Friedensforschung mit einem breiten Publikum zu diskutieren. In einer abschließenden Podiumsdiskussion wurde festgestellt, dass sich in Deutschland Jugendliche zwar an Aktionen der Friedensbewegung beteiligen, jedoch wenig an der Strategieentwicklung und Alternativdiskussionen mitwirken. Diese Situation zu verbessern, wurde einer nächsten Sommerakademie der Friedensbewegung als Aufgabe gestellt.

Zahlreiche Teilnehmer nutzten das Angebot zu Exkursionen in das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald und in das Biosphärenreservat Rhön. Damit sollte die enge Verbundenheit mit der antifaschistischen und Umweltbewegung und die Gemeinsamkeiten im Kampf gegen Neoliberalismus, Krieg und Umweltzerstörung demonstriert werden.

Hugo Braun


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