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Denkfabrik für Profit 4. Bertelsmann-kritische Tagung in Gütersloh | ||||||||
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Seit Jahren werden in zahlreichen Veranstaltungen und auf bislang drei Tagungen die Aktivitäten der Bertelsmann-Stiftung kritisch thematisiert. In der Kritik steht vor allem, dass der Global Player - die Bertelsmann AG -mehrheitlich einer als gemeinnützig anerkannten und durch Steuerbegünstigung staatlich geförderten Stiftung gehört. Gern lässt sich die Stiftung als einflussreichste deutsche Denkfabrik bezeichnen. Ob Privatisierung öffentlicher Dienste oder Einführung von Studiengebühren, ob Hartz IV und Sozialkürzungen oder globale Militärinterventionen und Vorgaben zur Aufrüstung - es gibt kaum ein Politikfeld, auf dem die Bertelsmann-Stiftung nicht tätig ist. Auf Kongressen und mit Unterstützung der Konzernmedien werden politische und gesellschaftliche Entscheidungsträger beraten und Problemlösungen präsentiert. Die liefert der Bertelsmann-Konzern mit seiner Dienstleistungstochter Arvato schrittweise, nicht ohne gut daran zu verdienen. Der Vorstandsvorsitzende Ostrowski prognostizierte anlässlich seiner Antrittsrede vor einem Jahr im Bereich Bildung hohe Wachstumsraten, mit dem sich gut Geld verdienen lasse. Arvato-Vorstand Rolf Buch erwartet durch Auslagerung von Verwaltungstätigkeiten einen Zukunftsmarkt mit einem Volumen von 20 Mrd. Euro. Mit der 4. Bertelsmann-kritischen Tagung am 24. 1. 2009 findet die Auseinandersetzung mit der politischen und gesellschaftlichen Rolle der Bertelsmann-Stiftung einen weiteren Höhepunkt. Die Veranstaltung soll die Forderung unterstreichen, der Stiftung die Gemeinnützigkeit abzuerkennen. In der Zeit von 10 Uhr bis 19 Uhr informieren und diskutieren im Gütersloher Bürgerzentrum "Die Weberei" neben Prof. Dr. Arno Klönne zahlreiche namhafte Persönlichkeiten aus dem Hochschulbereich, aus den DGB-Gewerkschaften und aus sozialen Bewegungen in acht unterschiedlichen Foren. Im Abschlussplenum befasst sich Werner Rügemer mit dem Thema "Privat vor Staat - Heuschrecken im öffentlichen Raum". Am "System Bertelsmann" macht der Kölner Publizist deutlich, dass die Bertelsmann-Stiftung das Geschäftsfeld für die jeweils spezialisierten Tochterunternehmen des Konzerns vorbereitet. "Die Stiftung wirbt stark für PPP (Öffentlich-Private Partnerschaft, HK), besonders im Bereich des E-Government (Regieren und Verwalten mit Unterstützung von Informations- und Kommunikationstechniken, HK), indem sie zahlreiche Gutachten organisiert. Für die tatsächlichen Verträge steht dann Arvato bereit." (NW 25. 11. 2008) Zum Abschluss der Tagung wird um 19.30 Uhr in der Alten Weberei das Stück "Die Flammen des Profits" als szenische Lesung aufgeführt. Autor der Textzusammanstellung ist Rudolph Bauer, die Musik hat Klaus Raudszus komponiert. Das Stück erinnert einerseits an die Bücherverbrennung der Nazis vor 75 Jahren, andererseits thematisiert es am Beispiel von Bertelsmann "die vermeintliche Wohltätigkeit der Märkte" und der Stiftungsaktivitäten in der Gegenwart. Die Uraufführung der "Flammen des Profits" hat im Mai 2008 in Bremen stattgefunden. Die Veranstaltung wird vom ver.di-Institut für Bildung, Medien und Kunst, Lage-Hörste in Kooperation mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft OWL, regionalen attac-Gruppen, dem Forum linker Gewerkschafter Ostwestfalen-Lippe und anderen Bündnispartnern durchgeführt. Weitere Informationen und der Veranstaltungsflyer können im Internet unter www.anti-bertelsmann.de abgerufen werden. Anmeldungen sind unter den Mailadressen ant-b@kniesburges.net oder attac-guetersloh@t-online.de möglich. Hubert Kniesburges | ||||||||